Dienstag, 16. Februar 2016

Warum ich in Finnland gestrandet bin..


Es war eigentlich nie mein Plan, den Master in Finnland zu absolvieren. Ich wollte ursprünglich nach Norwegen oder Schweden, da ich in meinem Heimatland skandinavische Sprachen studiert habe. Vor dem Master-Studium wollte ich allerdings noch ein Erasmus-Jahr absolvieren, da ich unbedingt meine Sprachkenntnisse verbessern wollte. Ich habe mich daher für Bergen und Umea beworben. Da aber es aber zu viele Bewerber für diese Städte gab, wurde mir dann ein Platz in Vasa zugewiesen.

Es ist dann einfach so gekommen, wie es kommen musste. Ich konnte es mir nicht mehr vorstellen aus Finnland weg zu gehen. Deshalb habe ich dann auch meinen ursprünglichen Plan über den Haufen geworfen und habe mich stattdessen für Vasa entschieden. Bis jetzt habe ich es nicht bereut. :)








Montag, 18. Januar 2016

Winterschuhe mit Allradantrieb..


.. könnte ich jetzt wirklich gut gebrauchen, da ich in der Winterzeit meistens zu Fuß unterwegs bin - und das im Schneckentempo.

In Finnland herrscht nämlich so gut wie auf allen Gehsteigen und Straßen (ausgenommen Autobahnen) Streuverbot, da das Salz negative Auswirkungen auf die Umwelt hat. 

Solange Schnee am Boden liegt, kommt man halbwegs ohne Probleme vorwärts. Problematisch wird es nur, wenn es zu regnen anfängt, da sich dann der Gehsteig in eine Eislaufbahn verwandelt. Ich habe mir deshalb Winterschuhe mit Spikes zugelegt. Ja, solche Schuhe gibt es wirklich!!!

Mittwoch, 13. Januar 2016

Der schwedische Buchklub - Kursbeschreibung


Vielleicht habt ihr euch ja schon einmal gefragt, wie mein Studienalltag auf der finnischen Uni so aussieht?


Ich möchte euch daher den Kurs "Der schwedische Buchklub", den ich zur Zeit absolviere, näher vorstellen. 

Arbeitsaufwand: 3 ECTS
Unterrichtssprache: Schwedisch
Gruppengröße: 9 Studenten

Heute hatte ich endlich die erste Einheit.

In Finnland beginnt man nicht sofort mit dem Unterricht, sondern es ist generell üblich, dass sich alle Studenten und auch der Lehrer erst mal vorstellen - wie man heißt, woher man kommt und welches Fach man studiert. Ich finde das immer sehr schön, da auf diese Art und Weise das Eis schneller gebrochen wird. Die Finnen sind oft sehr zurückhaltend.

Danach wurde das Organisatorische besprochen. Ich konnte mir einen schwedischen Roman aussuchen, den ich gerne lesen und in einer Präsentation vorstellen möchte. Außerdem habe ich heute auch schon meinen Termin für das Referat bekommen. 

Zum Schluss konnten wir noch erzählen, welche Romane uns bisher am meisten beeindruckt haben, welcher Bücher wir als Kind gelesen haben und ob wir Bücher auch in anderen Sprachen lesen. 

Die nächste Einheit findet Ende Februar statt. Bis dahin haben wir keinen Unterricht, da wir den Roman lesen und das Referat vorbereiten müssen. 



Samstag, 9. Januar 2016

14 h-Anreise nach Finnland


Seit gestern bin ich wieder in meinem geliebten Finnland! Diese Tatsache an sich ist alleine nicht spektakulär genug, um jetzt einen Bericht darüber zu verfassen. Jedoch war die Anreise ziemlich aufregend!
Neusiedlersee - Grenze Österreich-Ungarn


Flug nach Helsingfors


Die Fahrt zum Flughafen und auch der Flug von Wien nach Helsingfors problemlos vonstatten gegangen. Es gab auch wieder meinen heiß geliebten Blaubeersaft, den ich immer nur im Flugzeug trinke. Ist sozusagen ein Festtagsgetränk für mich!



Im Kreis fahren



Nach der Ankunft hatte ich etwa 1,5 Stunde Zeit, um meinen Anschlusszug Richtung Oulu zu erreichen. Es ist übrigens nicht mehr notwendig, mit dem Flughafenbus nach Helsinki zum Bahnhof zu fahren, da es jetzt eine Ringbahn gibt, mit der man nach Tikkurila fahren kann, denn dort bleiben üblicherweise alle Fernzüge stehen, die aus Helsinki kommen.

Ich bin auch mit besagter Ringbahn Richtung Tikkurila unterwegs gewesen. Hier ist auch schon die erste Panne passiert, an der ich allerdings selbst Schuld war. Ich bin nicht in Tikkurila ausgestiegen, sondern einfach weiter gefahren. Warum, das weiß keiner. Scheinbar war ich mit meinen Gedanken schon in Vasa. Aber so schlimm war es dann nicht, da die Ringbahn, wie der Name schon sagt, im Kreis fährt. 



Langer Aufenthalt  in Tikkurila


Nach meiner unfreiwilligen Kreisrundfahrt bin ich dann doch noch in Tikkurila gelandet. Ich hatte schon Angst, dass ich meinen Anschlusszug verpasst habe. Wegen der Kälte hatten jedoch alle Fernzüge Verspätung oder sind sogar ersatzlos gestrichen worden. 

Da die Züge immer scheinbar wie aus dem Nichts eingefahren sind, musste ich ziemlich lange am Bahnsteig stehen. (Räusper.. Mein Finnisch ist leider so schlecht, dass ich die Durchsagen nicht verstehen konnte) Immerhin konnte ich die Zeit am  Bahnsteig sinnvoll nutzen und mich etwas fortbilden. Ich habe nämlich herausgefunden, dass man mit dem Nachtzug von Tikkurila nach St.Petersburg oder Moskau fahren kann.



Schienenersatzverkehr


Irgendwann kam dann auch mein mein Fernzug, mit dem ich dann bis nach Seinäjoki gefahren bin. Da mein Anschlusszug in Seinäjoki gestrichen wurde, gab es dann einen Schienenersatzverkehr mit Bussen. Eine feine Sache, sage ich euch. Ansonsten wär ich gestern wahrscheinlich nicht mehr nach Hause gekommen.

Samstag, 2. Januar 2016

Finnland gehört zu Skandinavien!


Nein, ich bin nicht von allen guten Geistern verlassen. Mir ist sehr wohl bewusst, dass Finnland, geographisch gesehen, nicht zu Skandinavien gehört. Aber sprachlich gesehen irgendwie schon. 

Finnlandschwedisch vs. Reichsschwedisch

Immerhin ist Finnlandschwedisch ja die zweite Amtssprache von Finnland. Und (Finnland)Schwedisch ist ja bekanntlich eine skandinavische Sprache. Ich würde allerdings Finnlandschwedisch und Reichsschwedisch (Schwedisch in Schweden) nicht unbedingt in einen Topf werfen, da sich Finnlandschweden als schwedischsprachige Finnen betrachten. Auch Aussprache und Wortschatz ist nicht immer identisch ist. 

Finnland vs. Schweden


(Wikipedia)
Offiziell mögen sich die Finnen und die Schweden nicht so gerne, da Finnland bis Anfang des 19. Jahrhunders ein Teil Schwedens war (Daher wohnen auch Finnlandschweden in Finnland). Aber viele Finnlandschweden befassen sich trotzdem mit reichsschwedischer Literatur, da die Auswahl an finnlandschwedischen Büchern oder Zeitungen nicht allzu groß ist. Das liegt vor allem daran, dass nur 5% der finnischen Bevölkerung Finnlandschwedisch als Muttersprache spricht. 

West- vs. Südküste

Wie ihr an der Abbildung sehen könnt, leben die meisten Finnlandschweden an der West- (Region Österbotten) und Südküste. Offziell sind diese Regionen zweisprachig (Finnisch und Finnlandschwedisch). Aus eigener Erfahrung funktioniert die Zweisprachigkeit am besten in Österbotten. Hier können fast alle Finnen perfekt auf beiden Sprachen kommunizieren. Im Süden, wie etwa in Turku oder Helsinki, sieht es schon anders aus. Dort trifft man eher selten auf Finnen, die sowohl Finnlandschwedisch als Finnisch gleich gut beherrschen. 



Dienstag, 29. Dezember 2015

Dunkelheit und Depression - Mal ein etwas ernsteres Thema


Ich möchte heute einmal näher auf das Thema Dunkelheit und Depression eingehen. Die Depressionsrate ist im Norden generell sehr hoch, da man in der Winterzeit die Sonne kaum zu Gesicht bekommt.

So "richtig" dunkel ist es zwar nur 6-8 Wochen im Jahr, aber viele, die noch nie einen Winter in Finnland verbracht haben, denken oft nicht daran, dass die langen, dunklen Wintertage ganz schön aufs Gemüt schlagen können. Ich kenne allerdings auch viele Finnen, denen die Dunkelheit gar nichts ausmacht. Jeder reagiert da anders.

Ich komme mit der Dunkelheit eigentlich ganz gut zurecht. Aber was mir auffällt ist, dass ich mich trotz ausreichend Schlaf immer müde und erschöpft fühle. Das liegt vor allem daran, dass es den ganzen Tag entweder dunkel oder dämmrig ist. Eigentlich sollte ja zumindest 5 Stunden am Tag die Sonne scheinen. Aber dies ist häufig nicht der Fall, da es eigentlich fast immer bewölkt ist.


Ich kann euch daher wärmstens empfehlen, viel Sport zu treiben oder öfters spazieren zu gehen. Das hilft mir persönlich am besten gegen Müdigkeit. Am Lustigsten ist es, wenn ihr euch einer Sportgruppe anschließt.







Samstag, 26. Dezember 2015

Und schwuppsdiwupps war Weihnachten vorbei..


Es war ja ursprünglich mein Plan, euch die finnischen Weihnachtstraditionen ein wenig näher zu bringen. Leider ist nichts daraus geworden, da mir die Uni einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Im Dezember enden nämlich alle meine Kurse und mir war vorher nicht bewusst, wie groß der Arbeitsaufwand in dieser Zeit wirklich ist.

Auch wenn die finnische Weihnachtszeit dieses Jahr spurlos an mir vorüber gegangen ist, bin ich Gott sei Dank nicht zum Stubenhocker mutiert! ;) Ich war ein paar Mal im Zentrum von Vasa unterwegs, um mit Freunde ins Kaffeehaus zu gehen und ein paar Geschenke zu kaufen. Da die Straßen in der Winterzeit vereist sind, bin ich meistens zu Fuß unterwegs und ich hatte jedesmal den Eindruck  dass die Finnen die Weihnachtszeit verschlafen. Weihnachtsbeleuchtungen sind nämlich in kleineren Städten oder Dörfern nur dezent oder gar nicht vorhanden. Wirft man jedoch verstohlen einen Blick durch die Fenster stellt man jedoch ganz schnell fest, dass auch Finnen Weihnachtsdekoration lieben, denn viele Wohnungen sind festlich dekoriert (teils schlicht, teils kitschig wie in den amerikanischen Filmen).


Darf ich vorstellen? Das ist mein finnisches Fahrrad. Es befindet sich zur Zeit im Winterschlaf.